Aktuelles

da waren trümmer nicht noch scherben

JÖRG AHRNT (Stipendiat)
Frankfurt
Installation/Malerei/iranische Keramik

Eröffnung: Donnerstag, 24.Mai, 19.00 Uhr
Einführung: Ulrich Meyer-Husmann, Mainz

HALBZEIT-Gespräch mit dem Künstler am 7. Juni um 19.30 Uhr. Moderation: Ulrich Meyer-Husmann

In der Ausstellung da waren trümmer nicht noch scherben im Kunstverein Bellevue-Saal zeigt der derzeitige Stipendiat des Kunstvereins Jörg Ahrnt farbige Tuschebilder, denen er eine zweiteilige Bodenarbeit und eine Wandarbeit gegenüber stellt, in welchen aus dem Iran stammende Keramikscherben verwendet werden. In einem langwierigen Arbeitsprozess entstehen auf den Tuschebildern flirrende ornamentale Strukturen, die Jörg Ahrnt mit feinem Pinsel und Tusche auf spezielle Papiere aufträgt. Die Strukturen ändern ihre Formen und Farben und auch die Wahrnehmung von Figur und Grund wechselt, sobald der Betrachter seinen Standort zum Bild verändert. Zudem nimmt der Betrachter Bildelemente einerseits als einzelne wahr und dann wiederum als Teile einer Gruppe. So scheinen sich ornamentale Strukturen neu zu bilden und dann wieder aufzulösen, was diese energetisch aufgeladen erscheinen lässt. In der Wandarbeit verwendet Ahrnt mittelalterliche iranische Keramikscherben, deren subtile farbige Glasur und Ornamentik besticht und auf eine lange künstlerische Tradition verweist. Bei der großen Bodenarbeit sind überwiegend unglasierte grobe Scherben von einem Siedlungshügel (Iran) auf einem flachen, quadratischen Sockel angeordnet. Die meisten der gezeigten Scherben stammen von Vorratsgefäßen. Zugeordnet ist dem großen Sockel ein zweiter, kleinerer Sockel, auf dem ein restauriertes Gefäß (Iran 10. Jh.) steht. Der 1965 in Darmstadt geborene und heute in Frankfurt lebende und arbeitende Künstler hat sich früh für asiatische Kunst interessiert. Nach dem Kunststudium an der Hochschule für Gestaltung Offenbach erfolgten mehrere Reisen in den Iran, um sein Verständnis für dortige frühe und mittelalterliche Kulturen zu vertiefen. In Aufsätzen hat er seine Beobachtungen/Forschungen vorgestellt. Seine Kunst in ihrer Ausrichtung auf ornamentale Strukturen hat von dieser Begegnung profitiert. Früh- und mittelalterliche Scherben sind in der Regel Objekte, die wissenschaftlich untersucht werden, um historische Zusammenhänge klären zu können. Diesen Zweck erfüllen sie in der Ausstellung nicht. Durch die Anordnung mit vergleichbaren Objekten treten hier andere Aspekte hervor. Bei jeder Scherbe sind Form, Farbe und Material verschieden, jede besitzt Spuren handwerklicher Bearbeitung. Und bei manchen Scherben lässt sich noch erahnen, wie das Gefäß ausgesehen haben könnte, zu dem sie gehörten. Der Betrachter ist gefordert, genau zu schauen – sowohl auf die feinen Strukturen der Tuschebilder als auch auf die der bemalten Scherben. Dann wird sich ihm beides erschließen, der differenzierte Einsatz des Werkzeugs Pinsel und der Reichtum ornamentaler Strukturen.

 


PHILOSOPHISCHES CAFE – LUST AM DENKEN

Leitung: Dr. Christian Rabanus, Institut für Phänopraxie,
Bellevue-Saal, Wilhelmstraße 32, 65183 Wiesbaden

Samstag, 2. Juni, 2018

Jeweils von 16.00 bis 18.00 Uhr.
Um einen Unkostenbeitrag von 5,00 € wird gebeten.





Bewerbungsfristen

für Stipendien

bis zum 31. 5. 2018

für Ausstellungen

bis zum 30. 6. 2018

Bewerbungen senden an:
Kunsthaus
"Bewerbung Bellevue-Saal"
Schulberg 10
65183 Wiesbaden


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