Sandra Heinz und Ina Johann: Moving Spaces 1 | Ausstellung im Bellevue-Saal Wiesbaden

Sandra Heinz und Ina Johann: Moving Spaces 1

Moving Spaces

24. Januar bis 10. Februar 2002
Ina Johann,  | Sandra Heinz, Mainz | 
Installation, Druckgrafik

Im Kunstraum Lebensräume entdecken, mit Sandra Heinz und Ina Johann ist dies derzeit bei „Moving Spaces“ im Bellevue-Saal möglich. Zum Auftakt des Ausstellungsjahres hat der Verein zur Förderung künstlerischer Projekte mit gesellschaftlicher Relevanz die beiden Künstlerinnen aus Mainz und Christchurch in Neuseeland eingeladen. Im Juli reist die Ausstellung nach Christchurch, um eine Umkehrung des Verhältnisses darzustellen.

Durch die großformatigen Siebdrucke wird der Betrachter in die Welt der aus dem Saarland gebürtigen Ina Johann versetzt, die seit viereinhalb Jahren in Neuseeland lebt und arbeitet. Während Ina Johann Erinnerung nur in so weitfest hält, um zur künstlerischen Freiheit aufzubrechen, integriert Sandra Heinz in ihrer Arbeit „Wiesbaden – meine Stadt“ Stimmen anderer Individuen, hält deren Erinnerung fest und findet mit der Kamera ihre Bilder dazu. In einer Situation, die etwas von der Ruhe eines Bibliothekssaales an sich hat, spaziert der Besucher sitzenderweise mit den Ohren und Augen durch die ihm vertraute Stadt und erfährt seinen eigenen Lebensraum neu. Zwölf Interviews führen den Hörer durch seine Stadt und die ihre, füllen das Stadtbild mit biografischer Nähe. Dokumentarisch die Arbeit, gibt sie doch Anlass, sich, gerade auch in der Konfrontation mit den Bildernaus der Fremde, mit dem Vertrauten auseinander zu setzen.

Mittels der Serigrafie, die eine bei Johann gewollt ungenutzte Möglichkeit der Reproduktion in sich trägt, eröffnet sich die malerische Sicht auf ihre Lebensfelder. Allerdings, da schon im Ansatz durch Doppelbelichtung verfremdet, ergibt sich kein platter Wiedererkennungseffekt, sondern eine Suche nach Spuren des Fremden. Der Moment des Reisens, der Johann schon vor dem Aufbruch in die Kunst, als Geografin beschäftigte, überträgt sich auf den Besucher. Auch dieser gerät auf eine Reise. In der eigenen Erinnerungsstruktur suchend, entdeckt er seine eigenen „Unterwegsbilder“, wie sie Johann bezeichnet. Er kann diese nutzen, um an einen neuen Ort zu kommen.

Andrea Springer
im Wiesbadener Tagblatt vom 30.1.02

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