Human Breath

29. Mai bis 14. Juli 2019
Michael Laury, Negba (Israel) | 
Installation, 2019

In seiner Jubiläumsausstellung zeigt der Kunstverein Bellevue-Saal vom 29. Mai bis zum 14. Juli 2019 Arbeiten des internationalen Künstlers Micha Laury: HUMAN BREATH

Die Vernissage findet am Mittwoch, den 29. Mai 2019 um 19.00 Uhr statt.


Begrüßung: Wolfgang Gemmer, 1. Vorsitzender Kunstverein Bellevue-Saal

Einführung: Gottfried Hafemann, Vorstandsmitglied Kunstverein Bellevue-Saal

Begleitend zur Ausstellung findet ein Symposium statt: 

Soziale Themen in der zeitgenössischen Kunst, Donnerstag, 20. Juni 2019, 11.00 –17.00 Uhr. 

Eingeladen sind Referenten aus Lehre (Dr. Martin Henatsch), Produktion (Sara Nabil), Vermittlung (Ayse Gülec) und Rezeption (N.N.).


Seit 25 Jahren organisiert der „Kunstverein Bellevue-Saal“ – gegründet als „Verein zur Förderung künstlerischer Projekte mit gesellschaftlicher Relevanz“ – Ausstellungen im Bellevue-Saal, einem ehemaligen Speisesaal des Grandhotel Bellevue auf der Wiesbadener Wilhelmstraße. Aus Anlass dieses Jubiläums hat der Verein beschlossen, eine besondere Ausstellung nach Wiesbaden zu holen.

Die Jubiläumsaustellung widmet der Verein dem 1946 in Israel geboren und heute in Paris lebenden Künstler Micha Laury. Dieser hat vor exakt 25 Jahren eine gesellschaftlich äußert relevante Arbeit abgeschlossen.

„Homless Blankets“ war eine Serie von Fotografien von Notunterkünften für Obdachlose, die Fotografien wurden mit dem Siebdruckverfahren auf Decken aus eben diesen Unterkünften gedruckt. Micha Laury verwendete diese Werkgruppe in den folgenden Jahren in verschiedenen seiner raumgreifenden Installationen. So zum Beispiel in einer Ausstellung im FRAC Langedoc-Roussilion, Montpellier YELLOW TRIANGULAR CHAPEL, in der Ausstellung 1994 HUMAN FRUSTRATION.

Die ab Mittwoch, dem 29. Mai, im Kunstverein Bellevue-Saal zu sehende Ausstellung HUMAN BREATH besteht aus zwei Komponenten. Zum einen aus der Werkgruppe der „Homeless Blankets“.

In einer weiteren Werkgruppe greift Micha Laury das Thema des Schutzraumes (Shelter) auf. Sechs Keramikskulpturen referieren das Motiv der Behausung. Zwei größere Installationen entstehen aus benutztem Mobiliar und eigens für diese Ausstellung hergestellten Stuhlelementen.

Diese zweite Komponente bezieht sich auf Objekte von Micha Laury, die er von 1967 bis 1972 erstellte und bei denen er gefundenen Gegenständen eine neue „Existenzberechtigung“ verschaffte. Micha Laury sieht diese Objekte als obdachlose Objekte, als Objekte, die ihren „Atem“ verloren haben. Und indem er sie mit seinen bereits bestehenden Werken zusammen-baut, gibt er ihnen eine neue Heimat, haucht ihnen gleichsam einen neuen „Atem“ ein. Für Micha Laury ist dies eine Paralelle mit der Existenz von Obdachlosen auf der ganzen Welt.
Begleitend zur Ausstellung findet am Donnerstag, 20. Juni 2019, eine Podiumsdiskussion im Bellevue-Saal statt. Das Thema „Soziale Themen in der zeitgenössischen Kunst“ steht im Zusammenhang mit der Ausstellung von Micha Laury und soll den Anspruch des Kunstverein Bellevue-Saal hinterfragen, der auch heute noch seinen einstigen Gründertitel im Untertitel trägt: „Verein zu Förderung künstlerischer Projekte mit gesellschaftlicher Relevanz“.

Eingeladen sind Referenten aus Lehre (Dr. Martin Henatsch), Produktion (Sara Nabil), Vermittlung (Ayse Gülec) und Rezeption (N.N.).
Zu aktuellen und geplanten Projekten und Informationen über den Künstler und des Vereins:
Micha Laury: michalaury.com

Über Micha Laury

Micha Laury wurde 1946 im Kibbutz Negba, Israel, geboren. Seit 1975 lebt und arbeitet er in Paris.

Sehr weit entfernt von der Kunstwelt beginnt Micha Laury 1967 seine künstlerische Tätigkeit als Autodidakt. Seit Beginn seiner Arbeit Ende der sechziger Jahre war seine Praxis multidisziplinäre experimentelle Forschung auf dem Gebiet der Kunst. Micha Laury hinterfragt, was ihm unbekannt ist, um neue Wege zu finden, die Welt um ihn herum zu beobachten und über diese nachzudenken.

Seine innovativen und unkonventionellen Arbeiten sind in Kontakt mit dem tatsächlichen Moment der Realität. Die experimentelle Haltung seiner Arbeit umfasst alle Techniken und Medien. Ähnlich wie ein Entdecker neuer Länder erkundet er neue Gebiete und untersucht ständig neue Möglichkeiten seiner künstlerischen Forschung. Laury hinterfragt den Platz des menschlichen Daseins in der heutigen Gesellschaft der gegenwärtigen und zukünftigen Welt. Seine Kunst strebt eine kritische Dimension an, die von der Idee der Funktionsstörung und der Zartheit unserer Beziehung zur Welt durchdrungen ist.

In einem seiner Werke lauteten die auf einem Bleiblatt geätzten Worte: „The Deaf Listen to the Dumb the Blind Watch the Cripple Dance.“

Laury bezeichnet sich selbst als einen unermüdlichen Forscher an den Grenzen des Möglichen, indem er die Grenzen zwischen den physischen und psychischen Möglichkeiten der menschlichen Natur untersucht. In den letzten Jahren hat Laury experimentelle Laborarbeiten mit Wissenschaftlern entwickelt, die das menschliche Gehirn und das Umfeld des zukünftigen Lebens erforschen.

Seine Arbeiten werden in vielen Institutionen auf der ganzen Welt ausgestellt und befinden sich in Sammlungen von Museen wie dem Centre Pompidou in Paris, dem Stedelijk Museum in Amsterdam, dem Museum für zeitgenössische Kunst in Lyon, dem Jüdischen Museum in New York und dem Israel Museum in Jerusalem, dem Kunstmuseum von Tel Aviv, öffentlichen und privaten Sammlungen in Europa, den Vereinigten Staaten und Israel.

Biografie

1946       Geboren in Israel


1967       Autodidakt, begin der Kunsttätigkeit

1971       Umzug nach Tel-Aviv

1974       Umzug nach Paris

1980       Gewinner des Sandberg Prize of the Israel Museum, Jerusalem

Seit 1975  lebt und arbeitet Micha Laury in Paris

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